Über Camillo Anderle

21.06.2026

Über mich – Camillo Anderle

Mein Name ist Camillo Anderle. Ich bin Autor, kreativer Kopf, Geschichtenerzähler und ein Mensch, der gelernt hat, aus Schmerz Sprache zu machen.

Ich schreibe, weil Worte für mich schon immer mehr waren als nur Buchstaben. Sie waren Zuflucht, Schutzraum, Ventil und irgendwann auch ein Weg zurück zu mir selbst. Schon als Kind lebte ich oft in meiner eigenen Welt. Während andere vielleicht nur einen zappeligen, verträumten oder schwierigen Jungen sahen, war in meinem Kopf längst eine ganze innere Landschaft entstanden – voller Geschichten, Figuren, Ängste, Hoffnung und Fantasie.

Meine Kindheit und Jugend waren nicht leicht. Ich fühlte mich oft anders, unverstanden und nicht richtig gesehen. Schule, Mobbing, Beschämung und das Gefühl, nicht dazuzugehören, haben Spuren hinterlassen. Später kamen psychische Erkrankungen, Stimmen, Depressionen, Panik, Burnout, ADHS, bipolare Anteile, Borderline, Schizophrenie und unsichtbare Behinderungen dazu. Vieles davon hat man mir von außen nicht angesehen. Ich habe funktioniert, gearbeitet, gelacht, weitergemacht – während in mir oft ein ganz anderer Kampf stattfand.

Lange dachte ich, ich müsste stärker sein, mehr leisten, 150 Prozent geben und beweisen, dass ich etwas wert bin. Doch irgendwann musste ich lernen: Mein Wert hängt nicht davon ab, wie viel ich leiste. Ich bin nicht erst dann wertvoll, wenn ich funktioniere. Ich bin nicht meine Diagnose. Ich bin nicht meine Vergangenheit. Ich bin nicht mein Schmerz.

Ich bin Camillo.

Mein Buch "Mehr als sichtbar" habe ich geschrieben, weil ich zeigen möchte, was hinter einem Menschen liegen kann, den man auf den ersten Blick vielleicht für "ganz normal" hält. Es ist meine persönliche Geschichte über psychische Erkrankungen, unsichtbare Behinderungen, Liebe, Arbeit, Identität, Zusammenbrüche, Neuanfänge und den Mut, sich selbst nicht aufzugeben.

Ich schreibe nicht aus der Distanz eines Fachbuches, sondern aus gelebter Erfahrung. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn der Kopf zu laut wird. Wenn Panik den Körper übernimmt. Wenn Stimmen einen kleinmachen. Wenn Arbeit zur Überlebensstrategie wird. Wenn Liebe gleichzeitig Halt und Angst bedeutet. Wenn man nach außen funktioniert, obwohl innen alles bricht.

Gleichzeitig möchte ich mit meinem Buch Hoffnung geben. Nicht die glatte, einfache Hoffnung, die sagt: "Alles wird gut." Sondern eine ehrlichere Hoffnung. Die sagt: Auch wenn es schwer ist, kann es weitergehen. Auch wenn du gefallen bist, bist du nicht gescheitert. Auch wenn du Diagnosen hast, bist du mehr als sie. Auch wenn du dich verloren hast, kannst du Schritt für Schritt wieder zu dir zurückfinden.

Als neuer Autor ist es mein Ziel, Menschen zu erreichen, die sich selbst in solchen Geschichten wiedererkennen. Menschen mit ADHS, Depressionen, Borderline, bipolarer Störung, Schizophrenie, Angst, Panik, Trauma, Reizüberflutung oder anderen sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen. Aber auch Angehörige, Partner:innen, Freund:innen, Kolleg:innen, Führungskräfte und alle, die besser verstehen wollen, was hinter bestimmten Verhaltensweisen, Rückzügen oder emotionalen Reaktionen stehen kann.

Ich möchte Brücken bauen. Zwischen Betroffenen und Angehörigen. Zwischen psychischer Erkrankung und Arbeitswelt. Zwischen Schmerz und Sprache. Zwischen Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit.

Mein Wunsch ist, dass "Mehr als sichtbar" Menschen Mut macht, genauer hinzusehen – bei anderen, aber auch bei sich selbst. Denn niemand sollte erst zusammenbrechen müssen, damit sein Schmerz ernst genommen wird. Niemand sollte auf eine Diagnose reduziert werden. Und niemand sollte glauben müssen, dass er falsch ist, nur weil er anders fühlt, denkt oder funktioniert.

Ich bin noch unterwegs.

Nicht perfekt. Nicht vollständig geheilt. Nicht frei von allem, was einmal wehgetan hat.

Aber ich gehe weiter.

Nicht mehr gegen mich.

Sondern mit mir.

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