Die Geschichte zum Buch

21.06.2026

Mehr als sichtbar

Ich bin nicht meine Diagnose. Ich bin Camillo.

"Mehr als sichtbar" ist meine persönliche Geschichte über psychische Erkrankungen, unsichtbare Behinderungen, Liebe, Arbeit, Identität und die Kraft, sich selbst nicht aufzugeben.

Dieses Buch erzählt von einem Menschen, der viel zu lange gelernt hat, zu funktionieren, obwohl in ihm oft alles nach Hilfe geschrien hat. Von einem Kind, das zu laut, zu hibbelig, zu emotional und zu anders war. Von einem Jugendlichen, der dazugehören wollte und doch immer wieder das Gefühl bekam, falsch zu sein. Und von einem Erwachsenen, der 150 Prozent gab, um nicht wieder wertlos zu wirken.

Es geht um ADHS, bipolare Störung, Borderline, Schizophrenie, Depressionen, Panik, Burnout, Reizüberflutung, Hörbeeinträchtigung und unsichtbare Behinderungen. Aber es geht nicht nur um Diagnosen. Es geht um das Leben dahinter. Um die Frage, wie ein Mensch mit psychischen Erkrankungen und Behinderung lernen kann, nicht nur zu überleben, sondern wirklich zu leben.

Worum es in diesem Buch geht

"Mehr als sichtbar" beginnt dort, wo viele Geschichten im Alltag unsichtbar bleiben: hinter einem Lächeln, hinter einem funktionierenden Arbeitstag, hinter einem Menschen, der scheinbar "ganz normal" wirkt. Es zeigt, wie es sich anfühlt, wenn der Kopf zu laut wird, wenn Panik den Körper übernimmt, wenn Stimmen kleinmachen, wenn Arbeit zur Überlebensstrategie wird und wenn Liebe gleichzeitig Halt und Angst bedeuten kann.

Das Buch führt durch Kindheit, Schule, Mobbing, innere Stimmen, psychische Krisen, Beziehungen, Leistungsdruck, Burnout, Arbeit, Inklusion, Therapie, Notfallstrategien, Kreativität und Selbstannahme. Es erzählt ehrlich von Zusammenbrüchen, aber auch von Neuanfängen. Von Menschen, die bleiben. Von Arbeitswelten, die krank machen können – und von Arbeitswelten, die wieder Halt geben dürfen.

Ein zentraler Wendepunkt ist mein Weg über myAbility, berufliche Erfahrungen bei Generali und Wien Energie sowie mein Einstieg in HR und Employer Branding. Dort durfte ich erleben, dass Inklusion mehr sein kann als ein schönes Wort: ein Umfeld, in dem Menschen nicht als Problemfall gesehen werden, sondern als Menschen mit Fähigkeiten, Bedürfnissen und Potenzial.

Ein weiterer emotionaler Höhepunkt ist meine Namensänderung von Mark zu Camillo. Der alte Name steht für Schmerz, Vergangenheit und Überleben. Camillo steht für Neubeginn, Selbstdefinition und Leben.

Für wen dieses Buch geschrieben ist

Dieses Buch richtet sich an Menschen mit sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen, psychischen Erkrankungen oder neurodivergenten Erfahrungen. Besonders an Menschen mit ADHS, Borderline, bipolarer Störung, Angststörungen, Depressionen, Reizüberflutung, Hörbeeinträchtigungen oder anderen Einschränkungen, die man ihnen nicht sofort ansieht.

Gleichzeitig richtet sich "Mehr als sichtbar" an Angehörige, Partner:innen, Freund:innen und Kolleg:innen. Es soll helfen, besser zu verstehen, was hinter Rückzug, emotionalen Reaktionen, Überforderung, Panik, Stimmungsschwankungen oder scheinbar widersprüchlichem Verhalten stehen kann.

Auch Unternehmen, HR-Verantwortliche, Führungskräfte, Pädagog:innen, Therapeut:innen und Menschen, die sich mit Inklusion, Diversity, psychischer Gesundheit und Arbeitswelt beschäftigen, finden in diesem Buch eine ehrliche Innenperspektive. Denn echte Inklusion beginnt nicht bei schönen Worten. Sie beginnt bei Strukturen, Haltung, Verständnis, psychologischer Sicherheit und echter Augenhöhe.

Ein Blick ins Buch

"Vielleicht siehst du mich an und denkst: Der wirkt doch ganz normal. Ein Mensch wie viele andere. Ein Gesicht in der U-Bahn. Ein Kollege im Büro. Ein Mann mit Kopfhörern auf dem Kopf. Jemand, der lacht, arbeitet, liebt, schreibt, funktioniert. Aber du siehst nicht, was in mir los ist."

Diese Zeilen aus dem Prolog beschreiben den Kern des Buches: Nicht alles, was schwer ist, ist sichtbar. Nicht jede Behinderung trägt ein äußeres Zeichen. Nicht jeder Mensch, der funktioniert, ist innerlich stabil. Und nicht jeder Mensch, der lächelt, kämpft gerade nicht.

Ein anderer zentraler Gedanke zieht sich durch das ganze Buch:

"Ich bin nicht meine Diagnose. Ich bin nicht mein Schmerz. Ich bin nicht meine Vergangenheit. Ich bin Camillo. Und ich bin ein Mensch – wie du auch."

Genau darum geht es: um Menschlichkeit. Um das Recht, gesehen zu werden, ohne auf Krankheit, Leistung, Sexualität, Behinderung oder Vergangenheit reduziert zu werden.

Was dich im Buch erwartet

Das Buch verbindet persönliche Erzählung mit psychologischen Einschüben, praktischen Tipps, Übungen und Reflexionsfragen. Es ist kein trockenes Fachbuch und keine perfekte Heilungsgeschichte. Es ist ein ehrlicher Erfahrungsbericht mit Mehrwert.

Du liest von einem zappeligen Kind, das in der Schule nicht verstanden wurde. Von Sätzen, die zu inneren Stimmen wurden. Von Hochphasen, Abstürzen, Leistungsdruck und dem Preis von 150 Prozent. Von Liebe, Verlustangst und Beziehungen, die manchmal wie Rettung wirken. Von unsichtbarer Behinderung im Alltag, Hörgeräten, Reizüberflutung und dem Wunsch, nicht ständig beweisen zu müssen, dass man Unterstützung braucht.

Du liest aber auch von Werkzeugen: Notfallkoffer, Routinen, Sport, Schreiben, Therapie, DBT-Skills, sichere Menschen, professionelle Hilfe und der Mut, Unterstützung anzunehmen. Das Buch zeigt nicht nur den Schmerz, sondern auch Wege, mit ihm zu leben.

Die Botschaft

Die zentrale Botschaft von "Mehr als sichtbar" lautet:

Ein Mensch ist mehr als seine Diagnose. Mehr als seine Behinderung. Mehr als seine Vergangenheit.

Menschen mit Behinderung brauchen nicht Mitleid, sondern Verständnis, faire Rahmenbedingungen und echte Augenhöhe. Angehörige brauchen Sprache, Wissen und Einblick, um besser begleiten zu können. Unternehmen brauchen Haltung, Struktur und Mut, Inklusion wirklich zu leben.

Dieses Buch möchte Brücken bauen: zwischen Betroffenen und Angehörigen, zwischen psychischer Erkrankung und Arbeitswelt, zwischen Schmerz und Selbstannahme, zwischen Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit.

Warum dieses Buch wichtig ist

Psychische Erkrankungen und unsichtbare Behinderungen sind noch immer stark mit Scham, Missverständnissen und Vorurteilen verbunden. Viele Menschen funktionieren nach außen, während sie innerlich kämpfen. Sie trauen sich nicht, Hilfe einzufordern, weil sie Angst haben, reduziert, belächelt oder nicht ernst genommen zu werden.

"Mehr als sichtbar" gibt diesen Menschen eine Stimme.

Es sagt:

Du bist nicht falsch.
Du bist nicht allein.
Du bist nicht nur deine Diagnose.
Du darfst Unterstützung brauchen.
Du darfst gesehen werden.

Abschlussgedanke

"Mehr als sichtbar" ist kein Buch über perfekte Heilung. Es ist ein Buch über das Weitergehen. Über den Mut, sich selbst nicht aufzugeben. Über die Kraft, aus Schmerz Sprache zu machen. Über Inklusion, die nicht Mitleid bedeutet, sondern Augenhöhe.

Am Ende steht keine perfekte Lösung.

Am Ende steht ein Mensch, der sagt:

Ich bin noch unterwegs.

Aber ich gehe nicht mehr gegen mich.

Ich gehe mit mir.


Share